Pizzeria mirabella in Bordeaux
Kürzlich hat mich die Erkenntnis gestriffen, wie stark wir von inneren Bildern beeinflusst sind. Diese sagen, so sollte eine Situation sein und nicht anders. Das innere Bild hilft bei der Bewertung (ist es gut oder nicht) und ermöglicht, Dinge in unserem Sinn zu gestalten, weil wir wissen, wie es sein soll. Zum Beispiel: will ich in dieser kleinen Pizzeria essen oder nicht?
Gleichzeitig verhindern die inneren Bilder gelegentlich, die Dinge so zu genießen, wie sie sind. Sobald eine Kleinigkeit nicht zum inneren Bild passt, erhebt sich innerer Widerstand.
Ich bin darauf gekommen, weil wir in Bordeaux in der Pizzeria „mirabella“ gegessen haben und dort fügten sich die einzelnen Elemente, die Einrichtung der Pizzeria, meine Begleitung, der Geschmack der Pizza und auch die warme Sommernacht in ein wunderbares Eins – sie erfüllten genau mein inneres Bild. Und immer wenn ich die geschossenen Bilder betrachte, erinnere und erfreue ich mich daran.
Wenn in anderen Situationen, in denen der eine oder andere Punkt nicht in gleichem Maße das innere Bild erfüllt, sinkt der Genuss. Selbst dann, wenn die Pizza an sich genauso gut schmeckt oder die Begleitung dieselbe ist. Wie gut wäre es, wenn wir in diesem Moment mehr Abstand zu unserem inneren Bild hätten und die Situation, wie sie ist, annehmen und somit besser genießen könnten.
Wer Abstand nimmt von seinen inneren Bildern, diesem »so sollte es sein« und sich für die aktuelle Situation öffnet, der öffnet sich auch für die Freiheit häufiger zu genießen.
Dies wiederum ist ein Lernprozess.