
Ein Graus
Jedem Anfang wohnt
mehr noch ein Graus
als ein Zauber inne
Wenn ein Instrument
zum ersten Mal gespielt
Der Kochlöffel
zum ersten Mal geschwenkt
Das Salz komplett ins Nudelwasser
geleert
Wenn der Pinsel
zum ersten Mal voller Farbe
und es den Fahrlehrer
in der ersten Stunde
aus dem Sitz
hebt
Und überhaupt
der erste Liebesakt
mehr stürmisch oder ungelenk, vielleicht gar verschämt
dann von Mal zu Mal
mit jeder Übung
Jedem Anfang wohnt
mehr noch ein Graus
als ein Zauber inne
jeder Meisterschaft aber
wohnt ganz unzweifelhaft
ein zauberhafter Glanz inne
der Anfang doch
Oh je!
Ein Graus.
(2026)
Ein Gedanke zu „Gedicht: Ein Graus“