Der Winter ist vorbei. Wenn es jetzt, Mitte März, nochmal trüb ist oder kalt oder es gar nochmal schneit, dann weiß ich, es wird nur von kurzer Dauer sein. Der Winter ist vorbei.
Somit kann ich mit einem anderen Blick auf die Nacht und Nebel-Bilder der letzten Monate blicken. Ich mochte sie schon, als ich sie gemacht habe. Vielleicht waren sie mir zum Zeitpunkt der Aufnahme noch etwas unheimlich, weil mir die Kälte und die Dunkelheit sprichwörtlich unter die Haut krochen. Weil mir die Zuversicht fehlte. Nicht die Zuversicht, dass wieder ein Frühling, Sommer und Herbst kommen würden – dessen war ich mir immer sicher. Vielmehr fehlte mir die Zuversicht, dass wir als Gesellschaft die Kraft und den Mut haben, uns so aufzustellen, dass wir auf lange Zeit warme Wohnungen im Winter haben werden und als Gemeinschaft auch Orte haben, an denen wir zusammenkommen.
Mir fehlte diese Zuversicht, weil ich sehe, wie Teile der Gemeinschaft auf einfache, schnelle Lösungen setzen (mehr Öl, mehr Gas) und dabei nicht an unsere Kinder und deren Kinder denken. Mir fehlte diese Zuversicht, weil ich sehe, wie schwierig und herausfordernd der notwendige Wandel ist und dass er selbst bei positiver Grundhaltung nur mit Strapazen zu erreichen sein wird.
Jetzt mit dem beginnenden Frühling im Rücken steigt die Zuversicht, dass wir die wärmeren Tage nutzen können und nutzen werden, um weitere Schritte zu gehen. Sonne und Wärme geben uns dafür die notwendige Kraft. Die Bilder erinnern dann daran, wie schön Kälte und Dunkelheit sein können, wenn man sich sicher ist, dass es warme und helle Orte gibt – das ganze Jahr über.