Der Glanz vergangener Tage

Besuch im Stadtbad Lichtenberg

Stadtbad Lichtenberg - HumbertusbadInteressant sind nicht die Gebäude, die einfach vor sich hin modern. Die ganz braun, grün, dunkelbraun von aufsteigender Nässe sind und bei denen sich in den Ecken feuchter, feucht riechender Putz sammelt. Das sind alte Wohnhäuser, Wochenendhütten, ehemalige Werkstätten, die aufgegeben wurden, weil sie es nicht mehr wert waren.

Interessant ist ein Besuch, wenn man den vergangenen Glanz des Gebäudes bröckeln sehen kann. Ein wenig davon hängt noch in den Decken und Wänden. Dann baut man vor dem inneren Auge das Gebäude wieder auf, überarbeitet den Boden, ergänzt Teile der Wand, sucht lange nach passenden Lampen und streicht zuletzt die Wand so, wie es ursprünglich vorgesehen war.

All dies geschieht beim Betreten des ehemaligen Stadtbads Lichtenberg. Vor dem inneren Auge plätschert schon das Wasser im Becken und alles ist in hellen, freundlichen Tönen gehalten. Der Bademeister beobachtet freundlich lächelnd die Kinder, die jauchzend vom 3-Meter-Brett springen. Luft- und Wassertemperatur sind sicher drei bis fünf Grad höher, als sie es in echt sein würden und die Menschen im Bad sind schlanker, jünger, attraktiver. Das Wetter ist ein sonniger Herbsttag und die warmen, gelben Sonnenstrahlen erzeugen interessante Schlagschattenmuster auf der Wand. Beim Verlassen des Schwimmbades legt man sich einen Schal um den Hals.

Wer mehr über das „Humbertusbad“ erfahren möchte, kann dies am kommenden Wochendende (23. und 24.9.2017) tun. Der Förderverein Stadtbad Lichtenberg e.V. bietet Zusatzbesuche im ehemaligen Bad an, da alle Besuche während des Tags des offenen Denkmals zu schnell vergriffen waren. Das Schwimmbad und die umtriebige Arbeit des Vereins sind unbedingt sehenswert.

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