Die Rückenansicht

Die Rückenansicht

Ein hoher Anteil unseres Lebens ist Projektion (man könnte auch Mutmaßung sagen).
Wer ist dieser andere Mensch? – und was macht das mit mir.
Was treibt ihn an? – und was macht das mit mir.
Wer wäre ich an der Seite dieses Menschen? – und warum bin ich es nicht einfach so.
Wie würde der Mensch auf mich reagieren? Was macht das mit ihm.

Eine Rückenansicht macht den Weg frei für spekulative, spektakuläre Gedanken. Körperhaltung und Frisur geben eine Richtung vor, aber ansonsten bleibt alles offen und frei für Gedankensalti. Im Hintergrund ein leerer, roter Sessel. Alles Punkte, an denen sich unsere Projektionen verankern können. Als hätten wir ohne zu wenig Halt im eigenen Leben.

Unzweifelhaft sind es Vorstellungen dieser Art, die ein Buch wie „Die Macht der Affäre“ von Esther Perel erst notwendig machen.

PS. Natürlich habe ich die Frau gefragt, ob ich sie fotografieren darf.

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