Einer für alle – alles für einen. Warum drei Argumente für Akkusysteme zu wenig sind

Drei Argumente werden hochgehalten, wenn Discounter oder Baumärkte für ihre „Ein-Akku-für-alle“-Geräte werben. Man spart Geld, weil man den Akku und das Ladegerät nur einmal kaufen muss und Geld ist etwas, was für die überwiegende Mehrzahl der Menschen viel wert ist. Man schont die Umwelt, weil weniger Akkus hergestellt werden. Die Relevanz dieses Punktes lässt sich am Höhenflug der Grünen ablesen. Zuletzt ist es einfach einfacher, weil man nicht vier verschiedene Akkus geladen halten muss, die alle mit der Zeit an Kapazität verlieren. Insofern könnte man von einer Win-Win-Win-Situation reden.

Geld sparen, Umwelt schonen, es einfach haben – das ist zu wenig

Entsprechend werben die Unternehmen mit Slogans wie „Ein Akku. Viele Möglichkeiten“ (Aldi / Ferrex), „Power for all“ (Bosch), „Ein Akku für alle“ (Lidl / Parkside) oder „Power X-Change“ (Einhell). Die Nähe zum Motto der drei Musketiere ist unverkennbar: „Einer für alle und alle für einen“.

Leider trifft die Anspielung den sprichwörtlichen Nagel nicht auf den Kopf. Das rückbezügliche „alle für einen“ meint eine verlässliche Gemeinschaft, in der man sich auf die anderen verlassen kann. Dass, anders als behauptet wird, keine echte Gemeinschaft geschaffen wird, zeigt ein vierte, gewichtiges Argument. All diese Akku-Systeme zielen darauf ab, geschlossene Systeme zu sein, ganz wie Apple es vorgemacht hat auf dem Weg zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Obwohl sich alle Akkus ziemlich ähnlich sehen, sind sie minimal unterschiedlich.

Wer sich einmal auf eines der Systeme eingelassen hat, so die Folge, der muss auch dabei bleiben. Man verfängt sich vom ersten Akku an in einem geschlossenen System, welches dem kapitalistischen Schlachtruf, „alles für einen“ folgt.

Verlässlichkeit und Wahlfreiheit – dann passt es

Dabei könnte die Lösung so einfach und zugleich effektiv sein. Wenn man sich die Akkus ansieht, dann ähneln sie sich ohnehin sehr. Wie bei Steckdosen, wie bei USB-C, wie bei Leuchtmitteln sollte man sich auf einen (Industrie-)Standard einigen, im Sinne von Umwelt, Geld und Einfachheit und letztlich dann auch im Sinne von Wahlfreiheit. Zudem könnte ein solcher Standard eine Garantie aufstellen über eine Dauer, die er gültig sein wird, somit hätte man obendrein langfristige Verlässlichkeit.

Wer könnte einen solchen Standard initiieren? Umweltministerium? Verbraucherschutz? Vielleicht sogar die Industrie selbst? Wahrscheinlich nur alle zusammen, getreu dem bekannten Motto …

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