Schreiben heißt, genau hinsehen

Stein, Sol: Über das Schreiben, Zweitausendeins-Taschenbuch, Frankfurt am Main 2011, 3. Auflage

Rezension zu Sol Stein: Über das Schreiben [als PDF downloaden]

Über das Zeichnen heißt es, man müsse zuerst lernen genau hinzusehen, erst danach könne man richtig zeichnen. In dem Buch „Über das Schreiben“ behauptet Sol Stein dasselbe über das Schreiben. Es seien die genau beobachteten Details und die exakte Ausdrucksweise, die aus einem Schreiber einen Autor machen.

In dem Ratgeber-Sachbuch geht es darum, worauf angehende und gestandene Autoren achten sollten, um noch bessere Bücher zu schreiben. Dabei unterscheidet Stein nicht nach literarischen und nach Sachtexten, sondern gibt dieselben Tipps für beide Gattungen – was gut funktioniert. Natürlich zeigt Stein auch die die Unterschiede der beiden Gattungen und wichtiger noch, deren Gemeinsamkeiten auf. Demnach liegt der Unterschied darin, dass die Sachliteratur kein Geschehen erfinden darf und sich auf Fakten stützen muss. Der Autor fiktionaler Literatur dagegen ist ein Erfinder von Figuren und Geschichten, die beim Leser Gefühle wecken sollen, die dieser im normalen Alltag nicht hat.

„Romanschriftsteller und Sachbuchautoren, die danach streben, Werke von Dauer zu schaffen, haben ein gemeinsames Interesse: Sie bemühen sich um eine präzise und erfrischende Wortwahl, um tiefere Einsichten in das Wesen der Menschen und die Beschaffenheit der materiellen Welt und um Resonanz. Diese Autoren entwickeln im allgemeinen eine individuelle ‚Stimme‘, einen eigenen Stil.“

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