Das Sommermärchen der Eisernen. Stadionbau bei Union Berlin.

Dokumentation: Eisern vereint. Die Stadionbauer von der Alten Försterei

Andere Vereine lassen sich von großen Bauunternehmen ihre nach Versicherungen benannten Stadien bauen. Dorthin, auf die ehemals grüne Wiese, kommen dann die Fans als zahlende Gäste. Die Fans des ostberliner Vereins Union Berlin bauen sich dagegen ihr „Wohnzimmer“ selbst. Dies ist ein Fakt, den jeder Fußballfan kennen sollte und der in einer Zeit der stetig zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs herausragt.

Der 1. FC Union Berlin hat sein Heimstadion, die Alte Försterei, unter maßgeblicher Hilfe seiner Fans ausgebaut. Rund 2000 freiwillige Helfer haben knapp 140.000 freiwillige Arbeitsstunden in ihr Stadion investiert, um sich ihr Wohnzimmer herzurichten. Das ist bekannt.

Weniger bekannt ist, dass der Regisseur Andreas Gräfenstein diesen Umbau filmisch dokumentiert hat. „Eisern Vereint: Die Stadionbauer von der alten Försterei“ heißt die Dokumentation. Sie ist für Fans von Union Berlin das, was „Deutschland. Ein Sommermärchen“ für Fußballdeutschland ist – Gänsehaut pur. „Das Sommermärchen der Eisernen. Stadionbau bei Union Berlin.“ weiterlesen

Please follow and like us:

Schulden machen!

Buchkritik: Wenn die Geldautomaten kein Geld mehr ausgeben


Lanchester, John: Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt. Die bizarre Geschichte der Finanzen, Klett-Kotta, Stuttgart 2013

Der britische Autor John Lanchester hat viel Sachverstand zum Finanzsystem angehäuft und diesen teilt er in seinem Sachbuch „Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt“ auf ebenso unterhaltsame wie informative Weise. Während viele Einblicke in die vermeintlich komplizierte Finanzwelt erhellend sind, liegt Lanchester in einem entscheidenden Punkt falsch. Und zwar, wenn er das Machen von Schulden als unabdingbare Notwendigkeit propagiert. „Schulden machen!“ weiterlesen

Please follow and like us:

Oberflächlich packend

J. C. Chandor: Der große Crash – Margin Call (2011)

Der Film „Der große Crash – Margin Call“ (2011) beginnt mit einer Entlassungswelle in einer großen Bank an der Wall Street und natürlich entgeht dem Zuschauer nicht die beabsichtigte Parallele zur us-amerikanischen Immobilien- und Finanzkrise aus dem Jahr 2007. Im Film wird, neben vielen anderen, auch der Abteilungsleiter der Abteilung des Risikomanagements entlassen. Er kann eine wichtige, aktuelle Arbeit nicht abschließen, schafft es aber, seinem Zögling, Peter Sullivan, einen USB Stick mit den wichtigsten Daten zu überreichen. „Oberflächlich packend“ weiterlesen

Please follow and like us:

Lebenszeit als Währung

In Time – deine Zeit läuft ab (2011) von Andrew Niccols

in_time Die heutige Wirtschaft basiert darauf, dass Arbeitszeit gegen Geld getauscht wird. Der Arbeitnehmer investiert etwas von seiner Lebenszeit und leistet damit Arbeit, für die er einen Lohn in Form von Geld erhält. Dieses Prinzip des Tausches Zeit gegen Geld nimmt der amerikanische Spielfilm „In Time – deine Zeit läuft ab“ (2011) und erhebt es zum allumfassenden Paradigma.

„Lebenszeit als Währung“ weiterlesen

Please follow and like us:

Die animalische Seite der Sexualität

Walerian Borowczyk: La Bete – Die Bestie (Reihe: Bildstörung)

Die Handlung des französischen Films aus dem Jahr 1975 ist eine lange und ziemlich dürftige Entschuldigung dafür, etwas zu zeigen, was eigentlich nicht gezeigt werden dürfte: erigierte Pferdepenisse, zuckende Vaginas von Stuten, Pferdesperma und eine Frau, die mit einem Wolf-Affen-ähnlichem Wesen verkehrt, dessen „Bestien-Penis“ ziemlich viel Sperma ausstößt.

Viel mehr als tabuiersierte Bilder zu zeigen, macht der Film „La Bete – Die Bestie“ nicht, denn sowohl Handlung als auch Inszenierung sind dürftig. „Die animalische Seite der Sexualität“ weiterlesen

Please follow and like us: