Schreiben heißt, genau hinsehen

Stein, Sol: Über das Schreiben, Zweitausendeins-Taschenbuch, Frankfurt am Main 2011, 3. Auflage

Rezension zu Sol Stein: Über das Schreiben [als PDF downloaden]

Über das Zeichnen heißt es, man müsse zuerst lernen genau hinzusehen, erst danach könne man richtig zeichnen. In dem Buch „Über das Schreiben“ behauptet Sol Stein dasselbe über das Schreiben. Es seien die genau beobachteten Details und die exakte Ausdrucksweise, die aus einem Schreiber einen Autor machen.

In dem Ratgeber-Sachbuch geht es darum, worauf angehende und gestandene Autoren achten sollten, um noch bessere Bücher zu schreiben. Dabei unterscheidet Stein nicht nach literarischen und nach Sachtexten, sondern gibt dieselben Tipps für beide Gattungen – was gut funktioniert. Natürlich zeigt Stein auch die die Unterschiede der beiden Gattungen und wichtiger noch, deren Gemeinsamkeiten auf. Demnach liegt der Unterschied darin, dass die Sachliteratur kein Geschehen erfinden darf und sich auf Fakten stützen muss. Der Autor fiktionaler Literatur dagegen ist ein Erfinder von Figuren und Geschichten, die beim Leser Gefühle wecken sollen, die dieser im normalen Alltag nicht hat.

„Romanschriftsteller und Sachbuchautoren, die danach streben, Werke von Dauer zu schaffen, haben ein gemeinsames Interesse: Sie bemühen sich um eine präzise und erfrischende Wortwahl, um tiefere Einsichten in das Wesen der Menschen und die Beschaffenheit der materiellen Welt und um Resonanz. Diese Autoren entwickeln im allgemeinen eine individuelle ‚Stimme‘, einen eigenen Stil.“

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Wie die menschliche Zivilisation untergehen wird: Das Mantra des John Seymour

Seymour, John: Die Lerchen singen so schön, Wilhelm Heyne Verlag, München 1982

Der Mensch wird mürrisch und unglücklich, wenn er von der Natur getrennt ist. Genau dies geschieht in der modernen Zivilisation, bei der man die Natur nur noch als Tourist betrachtet. Wie ein Mantra verkündet der britische Farmer und Autor John Seymour, Vorreiter in Sachen Selbstversorgung, diese Botschaft. „Der Mensch ist ein Kind der Erde. Wir müssen dicht an der Erde und in Harmonie mit ihr leben“, schreibt er, der sonst Ratgeber zur Selbstversorgung aus dem Garten oder auf dem Land geschrieben hat, in seinem einzigen Roman „Die Lerchen singen so schön“.

Schon 1982 erzählt Seymour ein Schreckensszenario als Gedankenexperiment, welches heute aktueller ist als damals. Was wäre, wenn plötzlich das Öl ausbliebe? Es ist insofern eine rhetorische Fragestellung, da sich Seymour der Antwort sehr sicher ist. „Wie die menschliche Zivilisation untergehen wird: Das Mantra des John Seymour“ weiterlesen

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Geld sparen vom Drehbuch zum Drehplan

Eick, Dennis/ Hartung, Vera: Was kostet mein Drehbuch? Das Script als Basis für die Filmkalkulation, UVK, Konstanz 2009, 180 Seiten, ISBN 978-3-86764-134-0

Gute Filme müssen nicht viel Geld kosten. Zugleich ist es kein Geheimnis, dass teure Eventmovies mehr Zuschauer anziehen, weil sie eben aufwendig hergestellt sind. Das Ziel ist – wie in jeder ökonomisch geleiteten Handlung – für eine möglichst geringe Investition einen hohen Ertrag zu erhalten. Mit dem Buch „Was kostet mein Drehbuch? Das Script als Basis für die Filmkalkulation“ tragen der Drehbuchdozent Dennis Eick und die Produzentin Vera Hartung ihren Teil dazu bei. „Was kostet meine Geschichte? Und was muss ich als Autor über Herstellungskosten wissen?“, fragt das Autorenduo in der Einleitung des 180 Seiten starken Buchs. „Geld sparen vom Drehbuch zum Drehplan“ weiterlesen

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