Das Sommermärchen der Eisernen. Stadionbau bei Union Berlin.

Dokumentation: Eisern vereint. Die Stadionbauer von der Alten Försterei

Andere Vereine lassen sich von großen Bauunternehmen ihre nach Versicherungen benannten Stadien bauen. Dorthin, auf die ehemals grüne Wiese, kommen dann die Fans als zahlende Gäste. Die Fans des ostberliner Vereins Union Berlin bauen sich dagegen ihr „Wohnzimmer“ selbst. Dies ist ein Fakt, den jeder Fußballfan kennen sollte und der in einer Zeit der stetig zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs herausragt.

Der 1. FC Union Berlin hat sein Heimstadion, die Alte Försterei, unter maßgeblicher Hilfe seiner Fans ausgebaut. Rund 2000 freiwillige Helfer haben knapp 140.000 freiwillige Arbeitsstunden in ihr Stadion investiert, um sich ihr Wohnzimmer herzurichten. Das ist bekannt.

Weniger bekannt ist, dass der Regisseur Andreas Gräfenstein diesen Umbau filmisch dokumentiert hat. „Eisern Vereint: Die Stadionbauer von der alten Försterei“ heißt die Dokumentation. Sie ist für Fans von Union Berlin das, was „Deutschland. Ein Sommermärchen“ für Fußballdeutschland ist – Gänsehaut pur. „Das Sommermärchen der Eisernen. Stadionbau bei Union Berlin.“ weiterlesen

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Ganz einfach Kinder bekommen

Per Holm Knudsen: Wie Vater und Mutter ein Kind bekommen

„Mutter und Vater müssen einander helfen, wenn sie ein Kind haben wollen.“ mit dieser kleinen Wahrheit beginnt das Kinderbuch „Wie Vater und Mutter ein Kind bekommen“ des Dänen Per Holm Knudsen und es erzählt mit großen Bildern und wenig Text genau davon, was der Titel sagt. Was müssen Mama und Papa tun, damit es Geschwisterchen gibt? „Ganz einfach Kinder bekommen“ weiterlesen

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Schreiben heißt, genau hinsehen

Stein, Sol: Über das Schreiben, Zweitausendeins-Taschenbuch, Frankfurt am Main 2011, 3. Auflage

Rezension zu Sol Stein: Über das Schreiben [als PDF downloaden]

Über das Zeichnen heißt es, man müsse zuerst lernen genau hinzusehen, erst danach könne man richtig zeichnen. In dem Buch „Über das Schreiben“ behauptet Sol Stein dasselbe über das Schreiben. Es seien die genau beobachteten Details und die exakte Ausdrucksweise, die aus einem Schreiber einen Autor machen.

In dem Ratgeber-Sachbuch geht es darum, worauf angehende und gestandene Autoren achten sollten, um noch bessere Bücher zu schreiben. Dabei unterscheidet Stein nicht nach literarischen und nach Sachtexten, sondern gibt dieselben Tipps für beide Gattungen – was gut funktioniert. Natürlich zeigt Stein auch die die Unterschiede der beiden Gattungen und wichtiger noch, deren Gemeinsamkeiten auf. Demnach liegt der Unterschied darin, dass die Sachliteratur kein Geschehen erfinden darf und sich auf Fakten stützen muss. Der Autor fiktionaler Literatur dagegen ist ein Erfinder von Figuren und Geschichten, die beim Leser Gefühle wecken sollen, die dieser im normalen Alltag nicht hat.

„Romanschriftsteller und Sachbuchautoren, die danach streben, Werke von Dauer zu schaffen, haben ein gemeinsames Interesse: Sie bemühen sich um eine präzise und erfrischende Wortwahl, um tiefere Einsichten in das Wesen der Menschen und die Beschaffenheit der materiellen Welt und um Resonanz. Diese Autoren entwickeln im allgemeinen eine individuelle ‚Stimme‘, einen eigenen Stil.“

„Schreiben heißt, genau hinsehen“ weiterlesen

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Holydaycheck, 5 von 6 Sonnen

Bilder vom Urlaubsaufenthalt im Rhön Park Hotel

Rhön Park Hotel - die Alternative

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Darstellungen im Internet häufig genug nicht der Wahrheit entsprechen. Bei Bildern, die Reisen und Hotels bewerben, ist das allgemein akzeptiert – wir wissen, dass diese Bilder etwas verkaufen sollen.

Eine besonders große Diskrepanz zwischen Werbewirklichkeit und der Realität konnte ich während eines 4tägigen Urlaubsaufenhalts Ende Januar im Rhön Park Hotel erleben. Dort ist diese Fotoserie entstanden. Zum Vergleich sehe man sich die Fotos von der Webseite des Rhön Park Hotels an.

Der Aufenthalt an sich war nicht schlecht und was die Erwachsenen nicht überzeugen konnte, war für das Kind noch lange kein Problem. Wenn die Fotos dieser Serie nun einseitig sind, dann nur, um ein Gegengewicht zu den geschönten Werbebildchen der Selbstdarstellung des Hotels zu setzen. Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte.

Rhön Park Hotel - eine Alternative

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Schlange stehen

Adrian Piper. The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1-3, zu sehen vom 24.02.2017 bis 03.09.2017 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Schlange stehen

Das Foto entstand bei der Vernissage zu Adrian Pipers „The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1-3“ am 23. Februar 2017. Die Mischung aus Installation und Performance ist noch bis zum 03.09.2017 im Hamburger Bahnhof zu sehen.

Zu sehen sind drei riesenhafte, graue Wände, die jeweils den halben Raum durchmessen. An jeder Wand befindet sich ein Tresen, an denen man zu jeweils einem Thema seine Unterschrift und somit seine Zustimmung abgeben kann. „I will always be too expensive to buy“, „I will always mean what I say“ und „I will always do what I say I am going to do“ heißt es da. Das Ziel ist es, dass der Ausstellungsbesucher durch die Zustimmung zu den Sätzen eine Erwartungshaltung sich selbst gegenüber aufbaut und somit die allgemeinen Werte gestärkt werden.

Tatsächlich verliert sich die Verbindlichkeit dieses „Vertrags“ in den Weiten und Leeren der Halle, denn als soziales Wesen ist der Mensch den Anderen ebenso verpflichtet wie er gegen sich selbst verpflichtet sein sollte. Die meisten Menschen wissen, was geboten und was verwerflich ist. Aber erst eine funktionierende Gemeinschaft gibt diesem Wissen einen Sinn und verpflichtet zu entsprechendem Handeln. In der Installation fehlen der Zusammenhalt und diese Gemeinschaft.

Dem vom Adrian Piper intendierten Vertrag mangelt es an Verbindlichkeit. Es ist stark anzunehmen, dass keiner der Unterzeichner diesen – im Rahmen der Kunst geschlossenen – Vertrag in sein reales Leben überträgt.

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