Muss „Blendle“ denn wirklich Geld verdienen?

Blendle

Es ist nicht lange her, dass ich bei „Blendle“ einen Artikel gelesen habe, der mit „Die schlimmsten Meeting-Sünden“ überschrieben war. Der Artikel entstammte der „WirtschaftsWoche“, kostete einen Teil eines Euros und war geschrieben, wie man es erwarten durfte. Gefällig.

Wenn man ab und zu an Meetings teilnimmt, die auch Sitzungen, AGs oder ähnlich heißen können, dann kann eine Empfehlung zu einem Artikel zu diesem Thema viel wert sein. Immerhin ist Arbeitszeit auch Lebenszeit und ein effizienter Einsatz von Arbeitszeit verlängert die Lebenszeit überproportional.

Das Unternehmen Blendle ist für Bezahlartikel, was Google News für kostenlose Nachrichten ist. Während bei Google ein Algorithmus die Nachrichten zusammenstellt, tut dies bei Blendle eine Redaktion. Da diese Redaktion auch von etwas leben will, muss sie beim Zusammenstellen der Bezahlartikel Klicks generieren. Dies kann sie durch eine sorgfältige und gut zusammengestellte Auswahl an Artikeln erreichen. Oder durch Verfassen von Teasertexten, die mehr versprechen als die Artikel im Anschluss halten können. Ein Spagat, der sich immer mehr in Richtung „überleben wollen“ verschoben hat.

Häufiger musste ich Artikel schnell zurückgegeben (dass man Artikel zurückgeben kann, ist eine sehr kundenfreundliche Funktion). Zu sehr weichte der Inhalt vom Teasertext ab. Der Artikel zu den Meeting-Sünden enthielt, wie befürchtet, Allgemeinplätze zum Thema. Solche, die man auch bei Wikipedia in sachlicher Darstellung finden könnte. Insofern könnte man sagen: individuell wichtiges Thema, gefällig aufgearbeitet und das für etwa einen Euro – passt. Oder man sagt: frei zugängliche Sachinformationen, garniert mit peppigen Worten und das für etwa einen Euro – das geht schneller und günstiger.

Blendle hat diesen Artikel empfohlen und in diesem Fall stand sicher der verkaufte Klick im Vordergrund.

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