21. Oktober 2020

#Heimat, #Stadt und #Dorf

hashtagAls ich kürzlich im Reisemagazin „Mobil“ der Deutschen Bahn blätterte, fiel mir die Gegenüberstellung der Instagram-Hashtags von #Stadt und #Dorf ins Auge. Die jeweils zehn häufigsten Begleittags wurden aufgelistet. Die Top 3 auf der einen Seite waren #Architektur, #Straße und #Liebe und auf der anderen Seite #Natur, #Landschaft sowie #Heimat.

Ich erkenne an dieser Gegenüberstellung, dass der Begriff #Heimat offensichtlich noch ziemlich altbacken verwendet wird, nämlich als ländliche Idylle wie im 50er-Jahre-Heimatfilm. #Heimat ist scheinbar der #Sonnenuntergang hinter dem #Wald oder das #Wandern durch den #Schnee der #Berge. Vielleicht wird der Begriff #Heimat zudem ideologisch genutzt. Das habe ich nicht geprüft.

Dabei sollte #Heimat heutzutage doch dort sein, wo man sich wohl und aufgehoben fühlt; wo man ein Netz an Familie, Freunden und Bekannten hat, sei es auf dem Land, in der Stadt oder im Digitalen.

Der Vollständigkeit halber: ich halte den Gedanken für plausibel, dass solche Hashtags weniger tatsächliche Verhältnisse widerspiegeln, als dass es sich um Zuschreibungen handelt, die vor allem etwas darüber verraten, was der Mensch gerne sehen möchte und somit wie eine self fulfilling prophecy funktionieren.

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