Kaum Nutzen und doch große Freiheit

Über meine Tage mit der Sony Smartwatch 3

P7110029_copyViele Dinge haben ihre Zeit, darum sind sie Teil unseres Lebens und die Anforderungen unseres Lebens sollten bestimmen, welche dieser Dinge wir besitzen. Heutzutage ist es häufig genug anders herum, das heißt die Gegenstände bestimmen unser Leben. Gerade die moderne und modernste Technik verspricht ja, das Leben leichter zu machen, schneller, organisierter, eleganter und also richten wir uns danach.

Allerdings löst die Technik dieses Versprechen meist nur zum Teil oder gar nicht ein. Indem die Technik also etwas verspricht und es anschließend nicht hält, hält sie uns in ihrem Bann, denn die nächste Generation kann bestimmt, was uns schon die vorherige Generation versprochen hat. Ich besitze eine Sony Smartwatch 3, von der ich mich jetzt trennen will.

Freiheit vom Dauer-Handy-Gucken

P7110041_copyIn erster Linie habe ich mich für die Sony Smartwatch 3 entschieden, weil es diese zusätzliche Fassung gibt, an der man auch Standard-Armbänder anbringen kann. Mit einem Lederarmband sieht die Smartwatch einer normalen Uhr zumindest ähnlich.

Als ich sie gekauft habe, wollte ich erreichen, dass ich mein Handy nicht mehr so oft aus der Hosentasche nehme, um auf jedes tatsächliche oder auch nur empfundene Vibrieren zu reagieren. Die Uhr zeigt bei Mail, SMS und Messenger-Diensten an, wer was geschrieben hat und meist reicht dies, um zu entscheiden, ob man gleich oder später reagiert. Diese Aufgabe hat die Uhr sehr gut gelöst, das Handy blieb in der Hose. Ich habe damit eine Menge Zeit gespart, vor allem jedoch war ich ruhiger, da ich nicht mehr auf jede Regung meines Handys reagiert habe.

Die Akkulaufzeit ist bei Smartwatches ein heiß diskutiertes Thema. Auch die Sony Smartwatch 3 muss jeden Tag aufgeladen werden (zumindest so, wie ich sie genutzt habe). Bei mir hat es gereicht, die Uhr Abends und Morgens anzuschließen und in der Nacht war die Steckerleiste ausgeschaltet. Das Anschließen der Uhr war für mich kein Problem und die kurze Akkulaufzeit einer Smartwatch für mich kein Thema. Zumal immer eine Steckdose in der Nähe ist.

Funktionsumfang gut – Nutzen gering

P7110035_copyAllerdings stecken Smartwatches noch in den Kinderschuhen. Das Antworten auf Mails oder SMS per Spracherkennung hat nur ungenau funktioniert. Die Spracherkennung produzierte so viele Fehler, dass ich diese Funktion nach einigen Versuchen nicht mehr genutzt habe (auf dem Handy funktioniert sie gefühlt zuverlässiger).

Viel versprochen hatte ich mit auch von der Funktion, die Uhr als Fernsteuerung für das Handy zu nutzen, zum Beispiel bei der Steuerung der Musik. Hierzu war die Bedienung jedoch so umständlich und hakelig, dass es beim Radfahren zu gefährlich war und in S-Bahn oder U-Bahn, habe ich das Handy selbst hergenommen.

So bietet die Sony Smartwatch 3 zwar einige Funktionen, aber diese sind in meinen Szenarien nur ungenau bis kaum zu nutzen. Es gibt jedenfalls keinen zeitlichen oder ergonomischen Nutzen.

Die Uhr hat geholfen und zwar mir

Nun brauche ich die Uhr nicht mehr, da ich mein Ziel erreicht habe, nicht mehr so häufig auf das Handy zu sehen. Die Smartwatch war dafür das Sprungbrett. Ich brauche sie auch nicht mehr, weil die anderen Anwendungszwecke wie die Steuerung meiner Musik oder das Beantworten von Nachrichten nicht wie gehofft zu nutzen sind.

Die Sony Smartwatch 3 hat mein Leben nicht schneller, eleganter oder organisierter gemacht. Aber sie hat es leichter gemacht, indem sie geholfen hat, Abstand zum Handy zu gewinnen.

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