21. Oktober 2020

Nicht einmal mehr unfreiwillig komisch

Zombie Cheerleading Camp (2007, R: Jon Fabris)

Es ist befremdlich, wenn man eine DVD einlegt und dann im Film Darsteller auftreten, die das schauspielerische Niveau von Schultheater unterbieten. Genau dies geschieht in dem Genre B-Movie „Zombie Cheerleading Camp“ von Jon Fabris. Immerhin ist der Film auf allen Ebenen gleichermaßen ausgesprochen schlecht. Das Schauspiel sticht da nicht negativ heraus, sondern bewegt sich auf einer Ebene mit all den anderen Elementen des Versagens.

Klischees in Handlung und Inszenierung

Die Geschichte selbst ist überladen mit Klischees, die zudem in der Inszenierung all jene gestischen Plattitüden aufgreift, die Teenager auszeichnen: Augenrollen, die Arme theatralisch nach oben werfen oder gelangweilt auf die Fingernägel schauen. Die Kamera ist dabei häufig in der Halbtotalen (wohl um Kosten zu sparen) oder häufig auch auf Höhe der Füße, wohl um künstlerisch-ästhetischen Anspruch anzumelden. So reiht sich die Kameraarbeit ein in den Reigen des Versagens. Zudem Entsprechend sind die Soundeffekte mies und häufig deplatziert.

Die Geschichte ist, dass Nazis (wer sonst?) vor über 60 Jahren ein Zombievirus entwickelt haben, welches von der US-Army erbeutet und im eigenen Land vergraben wurde und nun in der Gegenwart durch ein Eichhörnchen wieder ausgegraben wird. Das Eichhörnchen beißt einen jungen Erwachsenen, der mit zwei Freunden zum Angeln in die Wälder gefahren ist. Zufällig ist deren Hütte in der Nähe eines grauenvollen Cheerleader Camp, welches durch das Virus zum Zombie Cheerleader Camp wird. Weiter kann ich die Handlung nicht wiedergeben, da der Film in jeder Hinsicht derart flach war, dass ich ausschalten musste.

Schlechter geht es kaum

So wird zum Beispiel die gesamte Nazi-Hintergrundgeschichte mit gezeichneten Bildern erzählt, die in einem grauenhaften Umblättereffekt aufeinanderfolgen. Der Schnitt ist demnach auch nicht besser als die anderen Gewerke des Films.

Richtig schlecht ist die Szene, als das infizierte Zombie-Eichhörnchen den ersten Jugendlichen beißt. Es ist eine viel zu lange Szene, in der ein sehr schlechter Schauspieler so tut, als hätte sich die Puppe eines Eichhörnchens in seinem Finger verbissen und als müsste er diese Puppe nun mit aller Gewalt abschütteln. Gefilmt in vorwiegend Halbtotalen ist die Szene so schlecht, dass sie nicht einmal mehr unfreiwillig komisch ist. Viel zu häufig wirft sich der Schauspieler auf den Boden, als wäre das Eichhörnchen ein 200 Kilo schwerer Eber und viel zu häufig haut er es gegen Baumstämme, Steine und was auch immer, um zu zeigen, dass er es nicht los bekommt. Diese Szene gehört mit zum schlechtesten, was ich filmisch je gesehen habe.

Insgesamt gilt für die rund 80 Minuten des „Zombie Cheerleading Camp“: Story flach, Budget flacher, Ideen hohl, jede Minute verschenkt.

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