Ihr kommt hier nicht rein!

Ihr kommt hier nicht rein!

An einen Sonntag im Herbst. Das Wetter war feucht, dennoch freundlich. Es würde bald Winter werden, zumindest war es in den Jahren zuvor so. Obwohl die Tage vom Licht her immer kürzer wurden, wurden für Jürgen die Nachmittage länger. Und leerer. Vielleicht, so dachte er sich damals, würde der Übergang von Tag zu Nacht, von hell zu hunkel, der im Herbst unerbittlich sein kann, im Museum leichter. Er würde ihn, während er gebannt vor Exponaten stünde, gar nicht wahrnehmen oder bloß als rötlichen Schimmer sehen, der als Naturkonstante geschieht. Nichts weiter.

Die Schlange vor dem Berliner Futurium wand sich in langen Bögen um zwei Ecken. An der Tür munkelte man, selbst Menschen, die mitten in der Schlange stehen, würden nicht mehr eingelassen werden. Am Horizont funkelte schon die Nacht.

You can’t get in here!

On a Sunday in autumn. The weather was moist, yet friendly. It would soon be winter, at least it had been in the years before. Although the days got more and more short due to the light, the afternoons got longer for Jürgen. And emptier. Perhaps, he thought, the transition from day to night, from light to dark, which can be relentless in the fall, would be easier in the museum. He would not perceive it while standing in front of exhibits or would only see it as a reddish shine that happens as a constant of nature. Nothing else.

The queue in front of the Berlin Futurium twisted in long arches around two corners. It was rumored that even people standing in the middle of the queue would no longer be let in. The night was already sparkling on the horizon.

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