Ganz einfach Kinder bekommen

Per Holm Knudsen: Wie Vater und Mutter ein Kind bekommen

„Mutter und Vater müssen einander helfen, wenn sie ein Kind haben wollen.“ mit dieser kleinen Wahrheit beginnt das Kinderbuch „Wie Vater und Mutter ein Kind bekommen“ des Dänen Per Holm Knudsen und es erzählt mit großen Bildern und wenig Text genau davon, was der Titel sagt. Was müssen Mama und Papa tun, damit es Geschwisterchen gibt? „Ganz einfach Kinder bekommen“ weiterlesen

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Schreiben heißt, genau hinsehen

Stein, Sol: Über das Schreiben, Zweitausendeins-Taschenbuch, Frankfurt am Main 2011, 3. Auflage

Rezension zu Sol Stein: Über das Schreiben [als PDF downloaden]

Über das Zeichnen heißt es, man müsse zuerst lernen genau hinzusehen, erst danach könne man richtig zeichnen. In dem Buch „Über das Schreiben“ behauptet Sol Stein dasselbe über das Schreiben. Es seien die genau beobachteten Details und die exakte Ausdrucksweise, die aus einem Schreiber einen Autor machen.

In dem Ratgeber-Sachbuch geht es darum, worauf angehende und gestandene Autoren achten sollten, um noch bessere Bücher zu schreiben. Dabei unterscheidet Stein nicht nach literarischen und nach Sachtexten, sondern gibt dieselben Tipps für beide Gattungen – was gut funktioniert. Natürlich zeigt Stein auch die die Unterschiede der beiden Gattungen und wichtiger noch, deren Gemeinsamkeiten auf. Demnach liegt der Unterschied darin, dass die Sachliteratur kein Geschehen erfinden darf und sich auf Fakten stützen muss. Der Autor fiktionaler Literatur dagegen ist ein Erfinder von Figuren und Geschichten, die beim Leser Gefühle wecken sollen, die dieser im normalen Alltag nicht hat.

„Romanschriftsteller und Sachbuchautoren, die danach streben, Werke von Dauer zu schaffen, haben ein gemeinsames Interesse: Sie bemühen sich um eine präzise und erfrischende Wortwahl, um tiefere Einsichten in das Wesen der Menschen und die Beschaffenheit der materiellen Welt und um Resonanz. Diese Autoren entwickeln im allgemeinen eine individuelle ‚Stimme‘, einen eigenen Stil.“

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Es ward Licht in Mittelerde

„Das Silmarilion“ als Schöpfungsgeschichte von J.R.R. Tolkiens Mittelerde

An das Buch „Das Silmarillion“ vom Herr-der-Ringe-Autor J.R.R. Tolkien hatte ich immer schon gespaltene Erwartungen, gilt es doch als unvollständiges Hintergrundkompendium. Ich habe also Bruchstücke erwartet, die einiges zusätzliches Licht auf das große Abenteuer von Bilbo, Aragorn, Legolas, Gandalf und all den Anderen wirft.

Mitnichten.

Tatsächlich besteht das Buch aus nur 5 Fragmenten, wobei sich jedes Fragment flüssig und zusammenhängend liest. Die erste Erwartung wird also widerlegt. In „Das Silmarillion“ steht wenig über den Hintergrund von „Der Herr der Ringe“, womit auch die zweite Erwartung ins Leere läuft. Das Buch erzählt von Zeiten, die so lange vor dem berühmten Abenteuer liegen, dass es keine direkte Verbindung mehr gibt. Einzig die Geschichte des einen Rings wird etwas beleuchtet, aber diese Erzählung ist kaum länger als der entsprechende Eintrag bei Wikipedia. „Es ward Licht in Mittelerde“ weiterlesen

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Schulden machen!

Buchkritik: Wenn die Geldautomaten kein Geld mehr ausgeben


Lanchester, John: Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt. Die bizarre Geschichte der Finanzen, Klett-Kotta, Stuttgart 2013

Der britische Autor John Lanchester hat viel Sachverstand zum Finanzsystem angehäuft und diesen teilt er in seinem Sachbuch „Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt“ auf ebenso unterhaltsame wie informative Weise. Während viele Einblicke in die vermeintlich komplizierte Finanzwelt erhellend sind, liegt Lanchester in einem entscheidenden Punkt falsch. Und zwar, wenn er das Machen von Schulden als unabdingbare Notwendigkeit propagiert. „Schulden machen!“ weiterlesen

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Wie die menschliche Zivilisation untergehen wird: Das Mantra des John Seymour

Seymour, John: Die Lerchen singen so schön, Wilhelm Heyne Verlag, München 1982

Der Mensch wird mürrisch und unglücklich, wenn er von der Natur getrennt ist. Genau dies geschieht in der modernen Zivilisation, bei der man die Natur nur noch als Tourist betrachtet. Wie ein Mantra verkündet der britische Farmer und Autor John Seymour, Vorreiter in Sachen Selbstversorgung, diese Botschaft. „Der Mensch ist ein Kind der Erde. Wir müssen dicht an der Erde und in Harmonie mit ihr leben“, schreibt er, der sonst Ratgeber zur Selbstversorgung aus dem Garten oder auf dem Land geschrieben hat, in seinem einzigen Roman „Die Lerchen singen so schön“.

Schon 1982 erzählt Seymour ein Schreckensszenario als Gedankenexperiment, welches heute aktueller ist als damals. Was wäre, wenn plötzlich das Öl ausbliebe? Es ist insofern eine rhetorische Fragestellung, da sich Seymour der Antwort sehr sicher ist. „Wie die menschliche Zivilisation untergehen wird: Das Mantra des John Seymour“ weiterlesen

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